Elektrizität ist auch für die Feuerwehr ein Thema. Viele Wohnungsbrände entstehen infolge eines Defektes an elektrischen Geräten, der Installation oder durch unsachgemäßen Umgang mit der Elektrizität. Nicht um sonst sind in den Reihen der Feuerwehr Elektrospezialisten, die im Ernstfall die Aufgabe haben, u.a. Häuser ja ganze Straßenzüge stromlos zu schalten. Der Umgang mit Strom ist heutzutage für jedermann selbstverständlich. Niemand denkt mehr darüber nach, welche gewaltige Energie in unseren Steckdosen auf „Abruf“ vorhanden sind. Täglich versorgen Sie Ihre Haushaltsgeräte durch das Einstecken des Netzsteckers mit diesem unsichtbaren Energieträger. Leider kommt es im Umgang mit Strom immer wieder zu Unfällen. Etwa die Hälfte aller tödlichen Stromunfälle ereignet sich im Haushalt, gewöhnlich mit 230 Volt Wechselstrom. Bei diesen sogenannten Niederspannungs- unfällen besteht in erster Linie die Gefahr von tödlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern). Wechselstrom ist für das Herz gefährlicher als Gleichstrom, da hierdurch leichter Kammerflimmern ausgelöst werden kann. Zudem können höhere Stromstärken durch eine Dauerkontraktion der Atemmuskulatur zu einem Atemstillstand führen. Hochspannungsunfälle treten bei Spannungen über tausend Volt auf. Hier sind neben Herzrhythmusstörungen auch Hitzeschädigungen von Haut und inneren Organen zu befürchten.

Wie verhalten Sie sich bei Niederspannungsunfällen richtig ?
Unterbrechen Sie zuerst die Stromzufuhr! Ziehen Sie den Stecker aus der Steckdose, oder schalten Sie die Sicherung aus! Sollte dies nicht sofort möglich sein, so trennen Sie den Verunglückten mit einem nicht leitenden Gegenstand (z. B. trockener Holzstock oder Holzbrett) von der Stromquelle! Beachten Sie dabei, dass Sie auf trockenem Untergrund stehen! Ist die Stromzufuhr sicher unterbrochen, überprüfen Sie die Vitalfunktionen anhand des Basischecks ABC oder GABI Veranlassen Sie einen Notruf (Sanität 144)
Leisten Sie erste Hilfe: bei Verbrennungen Kühlen, bei Herz – Kreislaufstillstand CPR Bei Stromunfällen besteht die Gefahr von Herzrhythmusstörungen noch bis zu 24 Stunden nach dem Ereignis! Deshalb sollte jeder nach einem erlittenen Stromschlag in ärztliche Kontrolle.