Freie Fahrt zum Einsatzort – eine Seltenheit für die Retter. Meist müssen sie sich durch dichten Verkehr kämpfen. Die Straßenverkehrsordnung (Art. 27 Abs. 2 SVG) schreibt vor: „Alle übrigen Strassenbenützer müssen uneingeschränkten Vortritt lassen,“ wenn ein Fahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn naht. Denn was nützt der gut eingeübte Einsatzablauf, wenn die Helfer im Verkehr stecken bleiben. Die Praxis zeigt oft eine Unsicherheit, wie dies zu realisieren ist, da die Begegnung stets unerwartet kommt Manche Verkehrsteilnehmer fahren fast panisch an den rechten Fahrbahnrand. Dies ist bei ausreichend breiten Straßen sicher nicht verkehrt. Aber gerade auf Autobahnen ergibt sich oft die Situation, dass die Fahrzeuglenker sich unterschiedlich verhalten. Es entsteht zwar jeweils eine Gasse, jedoch ist diese nicht durchgängig. Im Stadtverkehr kann manchmal sogar das Rechts-ran-Fahren zu erheblichen Behinderungen der Einsatzfahrzeuge führen. Hier muss je nach örtlicher Gegebenheit der best mögliche Weg gefunden werden, z.B. in eine Nebenstraße, Bushaltestelle, oder aufs Trottoir ausweichen. Unbedingt sollte man aber auf andere Verkehrsteilnehmer achten -insbesondere Fußgänger und Radfahrer. Eine Fahrt mit Sondersignalen birgt ein um ein 8-fach erhöhtes Unfallrisiko für das Einsatzpersonal. Bitte helfen Sie, indem Sie folgende Hinweise beachten:

In erster Linie ruhig bleiben und versuchen die Situation zu überblicken. Das Autoradio nur so laut aufdrehen, dass das Sondersignal noch wahrgenommen werden kann. Rote Ampeln im Notfall ignorieren und VORSICHTIG in die Kreuzung fahren, um Platz zu schaffen. Immer deutlich anzeigen, wohin man ausweichen will (Blinker). Nicht panikartig bremsen. Lieber weiterfahren, bis sich eine Möglichkeit bildet, Platz zu machen. Im Stau etwas Rangierabstand zum Vordermann einplanen. Immer mit mehreren Einsatzfahrzeugen rechnen. Bei mehrspurigen Strassen nicht unüberlegt rechts heranfahren, im Rückspiegel beobachten welchen weg das Einsatzfahrzeug nehmen will. Auf Autobahnen eine Gasse bilden und langsamer fahrende Einsatzfahrzeuge nicht überholen.